Happy Birthday Container
Eine Kiste erobert die Welt

Vor 50 Jahren begann eine logistische Revolution. Damals verließ das erste mit Containern beladene Handelsschiff einen amerikanischen Hafen. Damit sollte sich die Weltwirtschaft verändern. Der Container wurde zum Motor der Globalisierung; 95 % des weltweiten Warenverkehrs werden über den Seeweg transportiert – die meisten Waren davon in den genormten Blechkisten. Das Idealmaß der Weltwirtschaft ist 20 x 8 x 8,6 Fuß geworden.

Es begann genau am 26. April 1956, als der umgebaute Weltkriegs-II-Tanker „Ideal X“ mit 58 Containern an Bord den Hafen von Newark, New Jersey, in Richtung Houston verließ. Von diesem Augenblick an konnte Stückgut nicht nur geschützt, sondern auch preiswerter transportiert werden, denn beim Laden und Löschen mussten weniger Frachtstücke bewegt werden.

Zu verdanken haben wir das alles dem amerikanischen Farmersohn und Spediteur Malcolm McLean, der die Idee mit dem Container bereits in den 30er Jahren hatte. Doch erst als er 1955 sein Speditionsunternehmen für USD 6 Mio. verkaufte, griff er diese Idee wieder auf. Von dem Verkaufserlös kaufte er die Reederei Pan Atlantic Tanker Company mitsamt einer Flotte alter Öltanker. Diese ließ er für den Containertransport umbauen. Der Container-Pionier verfolgte mit seiner Sea-Land genannten Reederei diese Idee konsequent weiter, indem er die Transportboxen in ersten Linienverkehren zunächst von der amerikanischen Ost- zur Westküste verschiffte. In den Anfängen geschah dies noch mit überwiegend zum Containertransport umgebauten Frachtschiffen und Tankern, denn spezielle Containerschiffe existierten erst auf Plänen.

Genormte Schachteln

Der Container nahm nur langsam seine bekannte Gestalt an. Hatte McLean zunächst noch versucht, Lkw-Anhänger komplett zu verladen – bekannt als „Road-Trailer“ – so stellte er schnell fest, dass dabei die Räder störten. Deshalb ließ er schon bald die ersten Metallboxen zusammenschweißen, die sowohl auf Lastwagen, Eisenbahnwaggons aber auch an Bord passten. Das Prinzip der unter Deck gestauten Container soll sich McLean von einem Zigarettenautomaten abgeschaut haben. Die Container der Frühzeit hatten damals eine Länge von 35 Fuß und waren noch Jahre später als „Sea-Land“-Container im Einsatz.

Als 1966 erstmals ein Containerschiff – die „Fairland“ – mit Bremen einen deutschen Hafen ansteuerte, hatte sich das bereits im Jahr 1964 festgelegte Maß von 20 Fuß – später auch 40 Fuß – als globale Norm durchgesetzt. Seitdem gilt weltweit für die Kisten das Idealmaß von 20 x 8 x 8,6 (12,20 m lang, 2,44 m breit und 2,59 m hoch). Erstaunlicherweise passten sich im Lauf der Jahre auch die Waren diesen Maßen an. Inzwischen werden Waren häufig so hergestellt, dass sie problemlos in einem Container transportiert werden können.

Nicht aufzuhalten

Auch den Ladungsumschlag hat der Container revolutioniert. Fässer, Kisten und Säcke, die über Jahrhunderte hinweg auf dem Weg zum Verbraucher mühsam mehrfach umgestaut werden mussten, sind im Hafen nicht mehr zu finden. Die Blechboxen, die einfach per Kran mit einer Bewegung geladen und gelöscht werden, bestimmen das Bild in allen Häfen der Welt. Mit dem Container wurde eine geschlossene Land-See-Transportkette geschaffen – von der Fabrik bis zum Kunden.

Noch ein Wort zu Malcolm McLean, der vor fünf Jahren 87jährig verstarb. Er hatte 1969 seine Anteile an der Reederei Sea-Land für USD 160 Mio. verkauft – der Name Sea-Land blieb bis zum Jahr 2006 Bestandteil der Firmierung der weltgrößten Reederei Maersk-Sealand – und engagierte sich mit einer neuen Reederei USL (United States Lines) im „Round the World Service“. Eine Idee, die damals ihrer Zeit voraus war und daher scheiterte.

Der Container aber war in seinem Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Weltweit wurden in 2005 105 Mio. TEU befördert. Tendenz steigend!

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